Foto: Terje Rakke - Nordic Life AS/Fjord Norge AS

Foto: Terje Rakke - Nordic Life AS/Fjord Norge AS

Die Olympia-Nation Norwegen

Es heißt, ein Norweger kommt mit Skiern an den Füßen zur Welt. Das ist sicher übertrieben, doch gibt es kaum eine leidenschaftlichere Skifahrernation als die Bewohner Norwegens. Seit mehr als 4.000 Jahren bewegt man sich in dem nordeuropäischen Land auf Skiern fort – ursprünglich zum einfacheren Transport von Mensch und Waren im Winter, heutzutage vor allem zum Spaß. Ski und Slalom sind norwegische Worte und zahlreiche Erfindungen rund um den Ski stammen von dort, etwa die feste Fersenbindung und der Laufstil Telemark. Schon aufgrund dieser langen Geschichte ist der Langlauf die am häufigsten ausgeübte Wintersportart. Allein rund um die Hauptstadt Oslo finden sich mehr als 2.000 Kilometer gespurte Loipen, im ganzen Land sind es viele Tausend Kilometer mehr.
Jedoch sind die Norweger mittlerweile beinahe ebenso begeisterte Alpinskifahrer und Snowboarder. Norwegen im Winter bietet allerdings auch jenen viel Vergnügen, die nicht auf Skiern stehen wollen: Fahrten mit Hundeschlitten oder Schneescooter, Eisklettern, Eislaufen und Eisangeln oder Schneeschuhwanderungen etwa.

Norwegen, die Wiege des Skisports

Norweger laufen nicht nur seit Jahrtausenden Ski, sie waren es auch, die als Erste das Skifahren zum Sport erkoren. Kein Wunder, dass das Land zu den erfolgreichsten Wintersportnationen gehört. Seine Athleten haben bei Olympischen Winterspielen insgesamt 329 Medaillen geholt – 118 Mal Gold, 111 Mal Silber und 100 Mal Bronze.

Ein Mann, der sozusagen den Grundstein dieses Erfolgs gelegt hat, war Sondre Norheim aus Morgedal in Telemark. In den 1870er Jahren entwickelte er eine stabile Fersenbindung, mit deren Hilfe die Skifahrer wenden und springen konnten, ohne dabei die Skier zu verlieren. Zudem wurde der von ihm entwickelte Ski mit einer schmalen Mitte zum Prototypen nachfolgender Generationen. Die Art und Weise, wie man mit Norheims Skiern fahren konnte, erhielt den Namen Telemark. Bis heute ist das Telemarken, das Norheim ursprünglich bei einem Skisprungwettbewerb vorgestellt hatte, eine eigene Disziplin im Abfahrtslauf.
Weil Morgedal durch Sondre Norheim als Wiege des Skisports gilt, wurde die Olympische Fackel zum Auftakt der Olympischen Winterspiele von Lillehammer im Jahr 1994 dort entzündet.

Die Olympischen Winterspiele von Lillehammer

Ein Hauch von Mythos umweht inzwischen die Olympischen Winterspiele von Lillehammer. Nicht nur, weil es der Region zwei Stunden nordöstlich von Oslo gelungen war, ein unvergleichlich schönes Ereignis daraus zu machen. Sondern auch, weil die Norweger nie zuvor so erfolgreich bei Olympischen Spielen waren. Sie führten auf heimischem Boden den Medaillenspiegel an und gewannen 26 Medaillen, davon zehn goldene. Die Spiele nehmen einen großen Part im Olympischen Museum von Lillehammer ein.
Das weltweit älteste Museum zur Geschichte der Skifahrt befindet sich hingegen im Schanzenbau auf dem Osloer Holmenkollen. Der Hügel mit seiner weltberühmten Sprungschanze wurde seit 1892 insgesamt 19 Mal umgebaut. Die mit ihrer Architektur beeindruckende neueste Schanze stammt vom vielfach preisgekrönten Architekturbüro JDS und wurde 2011 eröffnet.

Skifahren im Sommer

Wie groß die Begeisterung fürs Skifahren in Norwegen ist, zeigen nicht zuletzt die in den vergangenen Jahren eröffneten Sommerskizentren. Rund ums Jahr ist das Wedeln und auch Langlaufen etwa in den drei größten Sommerskizentren Stryn, Galdhøpiggen und Folgefonna möglich.